Die Informationen aus diesem Buch, basieren auf unveröffentlichten Aktenbeständen des Politischen Archivs des deutschen Auswärtigen Amtes aus dem Zeitraum 1878-1914

Diese Vorgänge sind, wie schon mehrfach angeklungen ist, untrennbar mit der mazedonischen Frage und der weiteren Entwicklung auf dem Balkan verbunden. Thematisch näher liegt die unmittelbare Konsequenz der Entscheidung des Berliner Kongresses für Mazedonien, wie Imanuel Geiss sie beschreibt:

„Durch die Rückgabe Makedoniens an die Türkei vertagte der Berliner Kongreß noch einmal den großen Balkankonflikt um diese Region, vielleicht nicht ahnend, an welchen Abgründen entlang sich in dieser Frage Europa bewegte. Makedonien erwies sich nämlich später als der große Konfliktstoff …”

Deutlicher kann das Scheitern des Berliner Kongresses in Bezug auf die Nichtachtung der Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit auch derjenigen Völker, deren Gebiete an die Türkei zurückgegeben wurden, nicht beschrieben werden. Nur wegen der dynastischen Gefälligkeitserwägungen gingen die Großmächte rücksichtslos und in imperialistischer Manier über den Wunsch nach Ausübung des Selbstbestimmungsrechts von weiteren vier Völkern hinweg. Lediglich Albanien erlangte nach den Balkankriegen 1913 seine Unabhängigkeit. Mazedonien erstand nach der Zwischenlösung im kommunistischen Jugoslawien erst 1991 auf einem Teilstück seines früheren Territoriums in Freiheit, während zwei Völker, Thrazier und Epiroten, völlig untergingen.